Ausgewählte Münzsorten

1. Vorbemerkung: Eine Kurantmünze ist eine «vollwertige, umlaufende, gangbare, kursierende» Münze, deren Wert durch das Metall, aus dem sie besteht, gedeckt ist, d.h., der Kurswert entspricht ihrem Metallwert, wenn man vom sogenannten Schlagschatz (Gewinn des Münzherrn) und den Prägekosten (insbesondere Kosten der Metallförderung) absieht. Diese Wertdifferenz wird in der Regel durch die Scheidemünzen und Banknoten-Emission eines Landes in der Ausmünzungsbilanz überkompensiert. Das wertbestimmende Metall, aus dem die Kurantmünzen bestehen, sind Silber und Gold, manchmal auch Platin oder sogar Kupfer. Nur selten werden wertbestimmende Metalle gemischt; dies ist der Fall bei den Carolinen, die Gold und Silber enthalten. Kurantmünzen sind Warengeld, im Gegensatz zu den Scheidemünzen oder dem Papier- und Buchgeld. Der nominale (aufgeprägte) Wert von Scheidemünzen (auch Schiedsgeld) kann erheblich höher seine als der Warenwert des enthaltenen Edelmetalls, so dass die Nutzung von Scheidemünzen entscheidend davon abhängt, ob der nominale Wert tatsächlich allgemein akzeptiert (z.B. bei Steuerzahlungen oder im Außenhandel) wird. Dieses Vertrauen ist bei Kurantmünzen nicht notwendig, denn sie lassen sich notfalls einschmelzen, um das enthaltene Edelmetall zurückzugewinnen. Das entspricht dem lange vorherrschenden Prinzip, dass die Bezahlung in Gewicht Edelmetall erfolgt.
Immer wieder ist zu beobachten, dass Münzherren ihre Münzen verschlechtern und am Ende vor einem Scherbenhaufen stehen, weil die von ihnen erhobenen Steuern nun in überbewertetem Geld eingenommen werden. Um dem Dilemma zu entgehen, werden alte Münze häufig widerrufen und müssen mit einem Abschlag umgetauscht werden. Der Schaden wird damit vom Münzherren auf seine Untertanen abgewälzt.

2. Vorbemerkung: Viele der folgenden Münzen bleiben ungemünzt und dienen lediglich als Rechnungseinheit. Damit treten weitere Probleme auf, die zu erheblichen sprachlichen Verwirrungen führen. So beginnt man mit der Mark als Silbergewicht, die z.B. in 9 Taler unterteilt wird. Nachdem der Silbergehalt dieser Taler stetig gesenkt worden ist, werden zwar immer noch 9 Taler als eine Mark bezeichet, diese Zählmark unterscheidet sich aber deutlich von der urspünglichen Gewichtsmark. Sofern die Zählmark auch tatsächlich ausgemünzt wird, spricht man von der Geldmark, Münzmark oder Kurantmark. Wie das lübische Geldwesen zeigt, existieren mit der Kölner Mark (Gewichtsmark), der Kurantmark (Geldmark) und der Mark Banko (Rechnungsgeld) durchaus alle drei Systeme gleichzeitig.

3. Vorbemerkung: Solange man auf den Silbergehalt von Münzen abzielt, ist die Vergleichbarkeit von Münzen "trivial"; wie gesagt, das Prinzip der Bezahlung ist Gewicht Edelmetall. Schwerwiegende Probleme resultieren jedoch, wenn

Letztlich muss gutes Geld gestern wie heute drei Funktionen erfüllen. Es muss (1) als Tauschmittel dienen, (2) als Recheneinheit fungieren und (3) einer Wertaufbewahrung genügen. Entscheidend für die Akzeptanz ist, dass diejenigen, die das Geld verwenden, auf den heutigen und zukünftigen (Tausch-)Wert des Geldes vertrauen können.

Goldmünzen

Angel, Angelot, Engel

siehe hier.

Carolin

(auch Karl d'or oder Karolin) siehe (Gold-)Gulden. Neben dem bayerischen Karolin hat es auch den kurpfälzischen Karolin und einen schwedischen Carolin gegeben.

Dukat

Der Dukat

Dukat

Der Dukat mit einem Feingewicht von 3,55g Feingold wird seit 1284 von Venedig herausgegeben. Das Gewicht wird erst 1526 auf 3,49g reduziert. Der Dukat besteht – unverändert in Feingehalt und Gewicht – bis 1797, als Venedig im Frieden von Campo Formio seine Unabhängigkeit an Österreich verliert.

ist eine in ganz Europa verbreitete Goldmünze. Erstmals werden Dukaten 1284 in Venedig (im Gegensatz zu Gulden bzw. Florentiner aus Florenz) geprägt und sie haben sich von dort aus über den ganzen Kontinent verbreitet. Der Name kommt von der Umschrift auf der Rückseite der ersten Dukaten: Sit tibi Christe datus quem tu regis iste ducatus - Dir, Christus, sei dieses Herzogtum, welches du regierst, gegeben. In Venedig werden Dukaten bis zum Ende der Republik im Jahre 1797 mit gleichem Münzbild und nahezu unverändertem Feingewicht (Goldgehalt) geprägt. Damit sind die venezianischen Dukaten über Jahrhunderte die stabilste Währung der Welt gewesen.

In Böhmen wird unter Karl I. in der Periode 1347–1378 ein Dukat hergestellt (67 Stück aus der Mark zu 23 Karat 9 Grän, also 3,49g Raugewicht), der auch Goldgulden genannt wird, was für diese Zeit beides richtig ist, da noch kein wertmäßiger Unterschied zwischen beiden Münzarten besteht.

Im Zuge der Reichsmünzordnungen (1524–1559) wird der Dukat zur Hauptgoldmünze des Reiches. Von den gesetzmäßigen deutschen Reichsdukaten werden 67 Stück aus einer 23⅔ Karat feinen Goldmark geprägt. Da aber gesetzmäßige Reichsdukaten selten sind, wird ein Passier- oder Zahlungsdukat erdacht, der dem mittleren Goldgehalt minderwertiger Dukaten aus 23 Karat und 7, 6, ja oft nur 5 Grän feinem Gold entspricht. Von diesem Passierdukat werden

gerechnet (1 Passierdukat = 71,08 holländische As feines Gold). Solche Passierdukaten sind gemeint, wenn im Handel von Summen holländischer Randdukaten oder von hamburger wichtigen Dukaten die Rede ist.

Écu (französische Krone)

Der Écu d'or ist eine französische Goldmünze (etwa bis 1653). Als Philipp IV., König von Frankreich 1317–1322, den Goldpreis künstlich nach oben setzt, fließt soviel Gold aus dem Handel mit dem Süden nach Frankreich – vgl. Greshamsches Gesetz –, dass seine Nachkommen ab 1337 den Écu d'or a la chaise

Écu d'or a la chaise

König Philipp VI. von Frankreich (1328–1350) lässt ab 1337 einen Ecu d'or herausgeben, dessen Avers den König auf einem gotischen Thron (= chaise) zeigt. Dieser sogenannte Chaise d'or erfreut sich bald großer Beliebtheit und wird vor allem in Portugal, Spanien und den niederen Landen nachgeahmt.

in größeren Mengen produziert lassen können. 1402 enthält der Écu 3,948g Gold und entspricht 27 blanc oder 10 sols tournois. Bereits 1460 gilt 1 Écu gleich 30 blanc und der Écu enthält nur noch 3,321g Gold. Zu den jüngeren Écu d'or zählen der Écu a la couronne (Kronenschild) und der Écu au soleil (Sonnengoldschild). Da das französische Wort écu (Wappen-)Schild bedeutet, wird die Münze auch als Schild bezeichnet. Klinkaert scheint eine Verballhornung von Écu d'or zu sein.
Seit 1641 hat es mit den Écu d'argent (Silberschild) oder Louis blanc die erste französische Talermünze zu 60 Sols bzw. 3 Livres gegeben.

(Gold-)Gulden

Der Gulden (oder Florentiner) ist eine historische Münze, die ursprünglich aus Gold hergestellt worden ist (Gulden = goldener). Da später auch Silbermünzen im Wert eines Gulden ausgebracht werden, ist nun der silberne Gulden oder auch Guldiner vom Goldgulden zu unterscheiden.
Die reguläre Abkürzung Fl., fl. oder ƒ steht für Fiorino, lat. florenus aureus, französisch Florin. Sie leitet sich vom goldenen Florentiner Gulden ab, der im Jahre 1252 erstmals in Florenz (mit einer Lilie im Stadtwappen) geprägt worden ist und wenig später Europa einschließlich England als silberner Florin (= zwei Schillinge) erobert hat.
Im 15. Jahrhundert hat sich der Goldgulden als Rechnungs- und Handelsmünze allgemein durchgesetzt. Während aber wegen des sich stark entwickelnden Fernhandels der Bedarf nach dieser stabilen Währungseinheit wächst, wird Gold immer knapper. Der Goldgulden wird in der Folge immer geringhaltiger ausgeprägt und verliert zwischen 1380 und 1450 fast ⅓ seines Feingehaltes an Gold. Als im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts eine enorme Steigerung der Silbergewinnung im Erzgebirge, in Böhmen, im Harz und in Tirol einsetzt, entsteht folgerichtig der Versuch, durch die Ausprägung silberner Großmünzen ein Silberäquivalent zum Goldgulden zu schaffen. Der Guldengroschen mit einem Gewicht von 29,4g Silber und einer Parität von 1:1 zum Gold ist geboren. Er entwickelt sich auf der einen Seite zum silbernen Gulden und auf der anderen Seite beginnend mit dem Joachimstaler Guldengroschen zum Taler.

Louis d'or

Der französische Louis d'or ist ist mit der großen Münzreform unter Ludwig XIII. 1640–1641 eingeführt worden. Der spätere Schildlouis d'or (oder Louisneuf) geht aus der Währungsreform 1725–1726 hervor und scheint einen etwas größeren Goldkern zu enthalten. Im Rechenbuch (1826), S. 428 wird die Schüler ein Verhältnis von 11 alte Louisd'or zu 9 Louisneuf gelehrt.

Nobel (noble)

Zu weiteren Details im englischen Währungswesen siehe hier.
Nobel ist der Name einer im Jahr 1344 unter König Edward III. (1327–1377) erstmalig geprägten mittelalterlichen englischen Goldmünze, die sich bis Ende des 14. Jahrhunderts als Leitmünze im Nord- und Ostseehandel durchsetzt. Das notwendige Gold wird vor allem aus den englischen Wollexporten, zum Teil aber auch aus Kriegsgewinnen erzielt. Der Feingehalt des Nobel liegt bei 995/1000 (das ist 23 7/8 karätiges Gold), sein ursprüngliches Raugewicht von 8,86g wird zunächst auf 8,33g in der Goldprägeperiode 1346–1351 und in der Periode 1351–1377 auf 7,78g und schließlich 1411 auf 7,0g (Henricus Nobel) unter Beibehaltung von Feingehalt und Nennwert verringert.
bis Sep. 1461: 1 noble = 6 shilling und 8 penny = 80 penny = 320 farthing ab Sep. 1461: 1 noble = 8 shilling und 4 penny
Zur Erinnerung an den Sieg über die französische Flotte 1340 zeigt die Vorderseite der Münze den König im Schiff auf den Meereswellen (sogenannter Schiffsnobel

Englischer Schiffsnobel

König Edward III. von England lässt seit 1344 Nobel herausgeben, die in Erinnerung an den Sieg über die französische Flotte in der Seeschlacht von Sluis (1340) auf dem Avers den König auf einem Schiff zeigen.

). Unter Edward IV. wird seit 1465 der Rosennobel

Rosennobel aus England

Unter Edward IV. wird seit 1465 der Rosennobel als neue Goldmünze in leicht abgeänderter Form ausgegeben. Er zeigt auf der Vorderseite als Anspielung auf das Haus York, das mit Edward IV. auf den englischen Thron gekommen ist, zusätzlich eine auf das Schiff aufgelegte fünfblättrige Rose.

als neue Goldmünze in leicht abgeänderter Form ausgegeben. Er zeigt auf der Vorderseite als Anspielung auf das Haus York, das mit Edward IV. auf den englischen Thron gekommen ist, zusätzlich eine fünfblättrige Rose.
In England wird der Nobel noch unter Elisabeth I. (1558–1603) geprägt. Auf dem Kontinent wird er als wertstabile Handelsmünze sehr beliebt und vor allem in den Burgundischen Niederlanden nachgeprägt.

Pistolen

Von den Goldstücken, die den spanischen Pistolen oder den alten französischen Louisd'or, in Deutschland gleich geprägt werden, halten gesetzmäßig 38,77–38,62 Stück eine feine Goldmark.
Wenn man aber in Deutschland eine Louisd'or-Zahlung (Mischung aus alten französischen Louisd'or, preußischen Friedrichd'or oder Friedrich Wilhelmd'or, braunschweigischen Carld'or, Hannoverischen Georgd'or, sächsischen Augustd'or, dänische Christiand'or, nebst hessen-kasselschen, kurpfälzischen, bischöflich hildesheimischen und mecklenburg-strelitzischen deutschen Pistolen) erhält, so bestätigt die Erfahrung einen Passier- oder Zahlungs-Louisd'or, nach welchem 39,43 Stück auf die feine kölner Mark gehen.

Real

Spanischer Real in Gold

Ein spanischer Real (rey = König) in Gold von 1608 (König Philipp III. von Spanien).

Der Real in Gold ist seit Mitte des 14. Jahrhunderts (König Pedro IV. der Zeremoniöse von Aragón) in Spanien geprägt worden. Etwa zur gleichen Zeit hat man auch Reale als Silbermünzen ausgebracht, wobei das Silber aus der «Neuen Welt» importiert worden ist und zu großen Teilen im Handel mit Asien wieder verschwindet. Im innerspanischen Verkehr werden vor allem die im Vergleich zum Silber überbewerteten Goldmünzen verwendet.

Silbermünzen

Albus

Albus

Ein Weisspfennig oder Albus von 1408 (Adolf X Herzog von Jülich und Berg)

Ein anderer Albus des gleichen Herzogs.

Der Albus (denarius albus – oder Weißpfennig im Unterschied zum schlechten schwarzen Wittpfennig) wird als Gegenstück zum norddeutschen Witten vom Rheinischen Münzverein als Scheidemünze herausgegeben und ist zur Hauptmünze am Mittel- und Niederrhein geworden.
Zu Beginn (1386) werden 96 Albus aus der feinen Kölner Mark geschlagen und die Münze entspricht 1/20 Goldgulden.
Anfangs: Der Weißpfennig gilt 24 Kleine Pfennig (1368) und ist damit ein Doppelschilling.
1385 gilt 1 Weisspfennig = 12 Grosse Pfennig. Schließlich wird 1488 1 Albus = 12 Pfennig gerechnet. 1493: 1 Blanke = 2 Albus.
Der kölnische und trierische Albus sinkt später unter den Wert eines Kreuzers. In der Pfalz, Mainz, Frankfurt und Hanau hat man den Albus an das Reichsgeld angepasst und daher Reichsalbus genannt (1761: 1 Reichsalbus = 2 Kreuzer). Der Hessenalbus wird bis 1833 geprägt und in 12 Heller geteilt (seit 1814 im 14⅔ Talerfuß, also 1 Albus = 10,74 preußische Pfennig)

Der Wert des Albus sinkt stetig: 1 Taler = 37 Albus (1534), = 48 Albus (1549), = 52 manchmal auch 56 Albus (1560–1589), = 75 Albus (1611), = 100 Albus (1690–1727), = 104 Albus (1728–1731).
Ende des 18. Jahrhunderts: Der Albus hat üblicherweise 2 Kreuzer oder 8 Pfennig, in Hessen 9 Pfennig, in Köln nur 3¼ Pfennig, in manchen Oberdeutschen Gegenden aber 5⅓ Pfennig.
Außerdem ist zwischen dem kölnischen (schweren) Albus (80 Stück je Rechnungstaler) und dem sonstigen niederrheinischen (leichten) Albus (105 Stück je Rechnungstaler) zu unterscheiden.
1739: 1 Albus = 2 Heller und 1 Taler = 78 Albus

Der Raderalbus

Raderalbus

Der Raderalbus (25mm, 2,22g) Gerhards (um 1416/17–1475), Herzog von Jülich und Berg, zeigt, dass die Suche nach einem mainzer Rad oder ähnlichem, nicht immer erfolgreich ist.

ist eine andere Bezeichnung für den Albus bzw. den Kaisergroschen (1694: 1 Kaisergroschen = 3 Kreutzer = 1/20 Reichsgulden.) im kölner Raum, der seinen Namen entweder von dem mainzer Rad (eines der Wappen der rheinischen Kurfürsten) oder von dem Kreuz in einem Ring auf dem Revers hat.

Batzen

Batzen

Diser schweizer Batzen zu 4 Kreutzer aus dem Jahr 1818 trägt das Berner Wappen über der Wertangabe.

Der Batzen ist eine Münze, die zwischen 1492 und 1850 in Bern geprägt worden ist. Namensgeber ist das Wappentier des Kantons, der Bär bzw. Bätz, der auf der Rückseite der Münze aufgeprägt ist.
Einteilung: 1 Batzen = 4 Kreuzer = 1/15 Gulden.
Später gibt es auch Grossi (Dicke, d.h. Groschen) zu 5 Batzen.
Im frühen 18. Jahrhundert gilt 1 Batzen = 5 Kreuzer = 1/12 Reichsgulden, aber 1 regulärer Batzen = 4 Kreuzer, der Basler und Zürcher Batzen ist bei 1/18 Gulden angelangt, der St. Galler Batzen bei 1/17 Gulden.
Bei der Unterteilung 1 Mark Feinsilber = 16 Lot = 64 Quentchen wurden geprägte Lot oft als Batzen und geprägte Quentchen als Kreuzer bezeichnet.

Blanken

Der Blanken ist eine spätmittelalterliche Groschenmünzen aus dem Rheinland, die 1469 in Deutz unter dem Kölner Erzbischof Ruprecht von der Pfalz (1463–1480) im Wert von 2 Weißpfennigen (Albus) zum ersten Mal ausgeprägt worden ist. Die Bezeichnung geht vermutlich auf den Metzblanken zurück, dessen Benennung sich von dem französischen Blanc ableitet. Der Blanken wird u.a. in Trier, Kurköln, Kleve und Groningen nachgeprägt.

Denar

Der Denar (Denarius) entpricht einem Pfennig.
Die Einteilung
1 Talentum = 20 Solidi = 240 Denarii = 480 Oboloi
steht in Analogie zu
1 Karlspfund = 20 Schillinge = 240 Pfennige = 480 Heller.

Écu d'argent

Seit 1641 hat es mit den Écu d'argent (Silberschild) oder Louis blanc die erste französische Talermünze zu 60 Sols bzw. 3 Livres gegeben. Der Écu neuf (neuer Schild) zu 120 Sols ist 1726–1790 gemünzt worden. Dieses "Franzgeld" heißt in Deutschalnd wegen des Lorbeers auf dem Avers auch Laubtaler. Er hat in Süd- und Westdeutschalnd 2 Gulden 42 Kreuzer gegolten.

Groschen

Die ersten Groschen (gl., gr. oder ) werden am Anfang des 13. Jahrhunderts in Norditalien geprägt. Dieser Mehrfachpfennig ist dort eine massive Münze aus reinem Silber gewesen, der größer als der entwertete Denar ist. Die Münze findet bald regen Anklang bei anderen Münzstätten. Der Begriff Groschen — die französischen bzw. italienische Varianten des Groschens heißen «Gros» bzw. «Grosso» — entlehnt sich der lateinischen Bezeichnung grossus denarius turnosus, also «Dicker Denar aus Tour». Der Groschen firmiert auch als Turnosgroschen oder Turnose. Gute Groschen (gGr. oder ggl.) sind nord- und mitteldeutsche Silbermünzen im Wert von 1/24 Taler, im Gegensatz zum leichteren Mariengroschen, der mit 1/36 Taler bewertet wird. Der Ausdruck «guter Groschen» geht auf die Restauration des Fürstengroschens nach der Kipper- und Wipperzeit zurück.
Kaisergroschen heißen habsburgische Groschenmünzen zu 3 Kreuzer aus dem 16. Jahrhundert nach dem Brustbild des Kaisers auf der Vorderseite (1694: 1 Kaisergroschen = 3 Kreuzer = 1/20 Reichsgulden).

Gulden (Guldiner)

Der Gulden (oder Florentiner) ist eine historische Münze, die ursprünglich aus Gold hergestellt worden ist (Gulden = goldener). Da später auch Silbermünzen wie der Guldengroschen im Wert eines Goldgulden ausgebracht werden, ist nun der silberne Gulden oder auch Guldiner vom Goldgulden zu unterscheiden. Der Gulden ist lange Zeit in Konkurrenz zum Taler die Währungseinheit mehrerer Staaten gewesen.
Die reguläre Abkürzung Fl., fl. oder ƒ steht für Fiorino, lat. florenus aureus, französisch Florin. Sie leitet sich vom goldenen Florentiner Gulden ab, der im Jahre 1252 erstmals in Florenz (mit einer Lilie im Stadtwappen) geprägt worden ist und wenig später Europa einschließlich England als silberner Florin (= zwei Schillinge) erobert hat.

Guldengroschen

Guldengroschen oder Guldiner

Der Guldengroschen oder Guldiner des Erzherzogs Sigismund von Tirol aus dem Jahr 1486 hat ein Feingewicht von 2 Lot = 29,93g Silber (Raugewicht 31,93g) und entspricht 60 Kreuzer.
Der ½ Guldiner ist dementsprechend halb so schwer und entspricht 30 Kreuzer.

Weil Gold immer knapper wird und im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts eine enorme Steigerung der Silbergewinnung im Erzgebirge, in Böhmen, im Harz und in Tirol einsetzt, entsteht folgerichtig der Versuch, durch die Ausprägung silberner Großmünzen ein Silberäquivalent zum Goldgulden zu schaffen: Der Guldengroschen (flgr.) mit einem Gewicht von 29,4g Silber und einer Parität von 1:1 zum Goldgulden wird geboren. Wenig später wird mit dem Joachimstaler Guldengroschen das Zeitalter des Talers eingeläutet und Mitte des 16. Jahrhunderts beginnt das Heilige Römische Reich in Guldenländer (im Süden und Westen) und Talerländer (im Norden und Osten) zu zerfallen.

Heller

Der Heller (oder Haller, hl. oder hlr.) ist eine frühere deutsche Kupfermünze vom Wert eines halben Pfennigs, benannt nach der Stadt Hall in Schwaben (heute: Schwäbisch Hall), wo etwa ab 1228 silberne Pfennige (Häller Pfennige) geprägt wurden. Die Heller sind allmählich so verschlechtert worden, dass sie aufhörten, Silbermünze zu sein. Man unterscheidet weiße, rote und schwarze Heller; auf den Reichstaler rechnet man 576 Heller. In Kurhessen wird der Silber-Groschen in 12 Heller eingeteilt, so dass der Heller dem preußischen Pfennig gleich ist. Dreiheller sind kupferne 1½-Pfennigstücke, die im Sachsen-Gothaischen geprägt worden sind.
Im Jahr 1356 bestimmt Kaiser Karl IV., dass ein Rheinischer Gulden ein Pfund Heller oder 480 Heller wiegen muss.
Allein am Oberrhein im 15. Jahrhundert unterscheidet man "Originalheller", "Alte Heller", "Junge Heller", "Frankfurter Heller", "Binger Heller" und "Albusheller", deren jeweilige wertmäßige Entwicklungen im Verhältnis zum Gulden alle unterschiedlich verlaufen. Vgl. hierzu Wagner (2001).

Kaisergroschen

siehe Albus.

Kreuzer

Der Kreuzer (kr., krl. oder Xr.) hatte seinen Namen vom Doppelkreuz auf der Vorderseite einer Groschenmünze, welche ab 1271 in Meran im Südtirol geprägt wurde.
Bei der Unterteilung 1 Mark Feinsilber = 16 Lot = 64 Quentchen wurden geprägte Quentchen als Kreuzer bezeichnet.
In den meisten Währungssystemen der süddeutschen Region galt:
24 Heller = 16 Pfennige = 4 Kreuzer = 1 Batzen
60 Kreuzer = 1 Gulden.
Das Reichsmünzgesetz von 1551 macht den Kreuzer zur Einheit für das kleine Silbergeld. Hier entspechen 72 Kreuzer einem Goldgulden bzw. einem silbernen Guldiner, 237 Kreuzer einer feinen Kölner Mark. Mit der Reichsmünzordnung 1559 wird der Kreuzer Recheneinheit für den Wertvergleich von Münzen.

Livre

Livre (L, Li. oder lb.), also das französische Pfund, ist ursprünglich eine reine Rechnungsmünze des auf dem karolingischen Münzsystem aufbauenden französischen Silbermünzsystems (mit der Livre als Gewichtsmaß). In der Tat werden von der Stückelung 1 Livre = 20 Sols = 240 Deniers nur Deniers ausgemünzt. Die Münzverschlechterung führt schließlich dazu, dass die Livre als reine Zähleinheit endet. Im Jahr 1791 hat die Livre nur noch ein Achtzehntel des Wertes von 1266.
1 livre = 20 sous = 240 deniers (Nordfrankreich und Monaco)
1 livre = 20 soles = 240 denares (Südfrankreich)

Mariengroschen

siehe Groschen.

Mark

Die Mark Gewicht hat zunächst etwa einem Pfund entsprochen, verfällt aber schon bald, da das Silber zum Zwecke des «Streckens» verunreinigt wird.
Eine Mark entspricht zu Zeiten Karl I. etwa 430g Silber. Aber schon um 1042 hat die Kölner Mark nur noch ein halbes Pfund. Um 1180 unter Friedrich I. entspricht die Mark ebenfalls etwa einem halben Pfund Silber.
Da im 10./11. Jahrhundert immer mehr Pfennige je Mark ausgemünzt werden, muss sehr bald zwischen der Gewichtsmark und der Zählmark, die immer in 160 Pfennige unabhängig von deren Silbergehalt unterteilt ist, unterschieden werden. (Der gleiche Effekt tritt später beim Speziestaler ein.)

Niederrhein-Westfalen: 1 Mark = 12 Schilling = 144 Pfennig
Ostseegebiete: 1 Mark = 16 Schilling = 192 Pfennig
1600: 1 Mark Cölsch = 6 Albus = 1/13 Taler, 1 Mark Essendisch = 1/26 Taler

Die Mark als Geldmark oder Münzmark wurde als Dezimalwährung im Wert eines Drittels des alten Vereinstalers vor der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 eingeführt. Sie hatte einige Vorläufer:

Obolus

Ein Obolus entspricht einem Heller. Zur Einordnung siehe hier.

Peso

Der Peso zu 8 Reales ist ursprünglich eine spanische Silbermünze unter Karl I., die den deutschen Taler nachahmt.

Pfennig

Der Pfennig, Denar oder Denier (D., dl. oder pf., ₰) ist ein Münzwert. Die Herkunft könnte von dem lateinischen Begriff "pondus" (Gewicht) kommen. Im 12. Jahrhundert ist das durchschnittliche Gewicht eines Pfennigs etwa 1,1–1,6g Silber. Der Pfennig bleibt bis 1266 das einzige Münznominal, bis mit der Tournose, um 1300 mit dem Prager Groschen, 1496 dem Engelsgroschen und um 1500 dem Guldengroschen die Großsilbermünzen aufkommen.
Zunächst ist die (Gewichts-)Mark in 240 Pfennige eingeteilt worden. Da der Silbergehalt des Pfennigs kontinuierlich reduziert wird, aber weiterhin 240 Pfennige gleich einer Mark gerechnet wird, ensteht die sogenannte Zählmark. Die Stückelung späterer Großmünzen erfolgte sehr unterschiedlich, so wird der Taler häufig in 24 Groschen à 12 Pfennige unterteilt.

Der hochwertigste Pfennig in Deutschland ist im 12. und 13. Jahrhundert der Kölner Pfennig. Weil sein Raugewicht von 1,46g stabil gehalten wird (160 Pfennig auf die raue kölner Mark zu etwa 233,6g), zählt er auch zu den beliebtesten Pfennigen seiner Zeit. Als der Kölner Pfennig Mitte des 13. Jahrhundert beginnt, an Wert zu verlieren, erlischt auch seine Reputation. 1288 endet die Prägung des Kölner Pfennigs, wohl auch weil der Erzbischof von Köln eine schwere Niederlage in der Schlacht von Worringen hinnehmen muss. Mit der Vertreibung aus der Stadt Köln verlegt der Erzbischof seinen Regierungssitz nach Brühl und die Münzstätte in Köln stellt fast 200 Jahre lang ihren Betrieb ein.

Hohlpfennige oder Brakteate sind Pfennige, die seit dem 12. Jahrhundert aus sehr dünnem Silberblech geprägt worden sind, wobei der Stempel, der das Bild auf der Vorderseite ergibt, auf der Rückseite negativ erscheint. Ihr rascher Verschleiß ist ein Grund für die häufigen Münzverrufungen.

In einigen altdeutschen Ländern wird der Pfennig auch Pfenning bezeichnet, z. B. in Preußen bis 1873 und zwar zur Abgrenzung zum Taler von vor 1821 als dieser noch 24 gute Groschen (gGr.) à 12 Pfennig gegolten hat und nicht wie ab 1821 30 Silber-Groschen à 12 Pfenning.

Weißpfennig siehe Albus.

Raderalbus

siehe Albus.

Schilling

Der Schilling, Solidus oder auch Sol (sous) (ß) ist ursprünglich eine Münze à 12 Pfennig gewesen und 20 Schilling entprechen einer Mark; siehe hier.
Der Name könnte auf eine der ältesten, germanischen Münzbezeichnungen zurückzuführen sein oder auch mit dem preußischen Prägemeister/Fälscher Bernhard Schilling von Lignitz zusammenhängen.

Man beachte, dass der Terminus Schilling oft auch als Recheneinheit verwendet worden ist. So bezeichnet der Schilling Heller (ßhlr) zwölf Heller.

Stüber

Stüber, Stuiver, Stoesser oder Stuffer

In Bonn (1792) gilt 1 Blaffert = 3 Stüber = 4 Albus = 6 Fettmänchen = 48 Heller bzw.
1 Reichstaler species = 60 Stüber, 1 Reichstaler courant = 58,5 Stüber, 1 Taler species = 40 Stüber, 1 Taler courant = 39 Stüber,
1 kölnischer Gulden = 18 Stüber, 1 Goldgulden = 84 Stüber

Solidus

Solidus (Si. = Soldi, Sl. = Sols) entspricht einem Schilling. Zur Einordnung siehe hier. Kaiser Magnus Maximus soll den Tremessis als dritten Teil eines Solidus im 4. Jahrhundert im Römischen Reich eingeführt haben.

Taler

Der Taler (thl., Rthl., tlr. usw.) ist eine bedeutende europäische Großsilbermünze gewesen, die ursprünglich zunächst Guldengroschen oder Guldiner geheißen hat. Der Name Taler geht auf den Joachimstaler Guldengroschen zurück. Später versteht man unter Taler zahlreiche Großsilbermünzen (Kronentaler, Konventionstaler, Vereinstaler, Dicktaler, (französische) Laubtaler etc.), die mehr als 1 Lot wiegen. Größere Bedeutung erlangt der Taler mit den Reichsentscheiden des 16. Jahrhunderts, die ihn als Reichstaler neben dem Gulden zur offiziellen Reichswährung erhebt.

Der Speziestaler oder eigentliche Taler

Reichstaler oder Speziestaler

Dieser mecklenburger Reichstaler von 1568 zeigt im Reichsapfel den Wert 27/6, d.h. 27 Schilling lübisch 6 Pfennig. Diese alte Bewertung des Talers wird nach 1572 zu 32 Schilling (2 Mark lübisch) korrigiert.
Die seit der zweiten Augsburger Reichsmünzordnung vorgeschriebene Angabe der Wertigkeit erfolgt in Süddeutschland in Kreuzern, in Mitteldeutschland in Groschen und in Teilen Norddeutschlands in Schilling. Man findet die Angabe aber bei weitem nicht auf allen Reichstalern, nicht einmal der habsburger König Rudolph II. hält sich an die Vorgabe.

von 1566 bezeichnet das wirklich geprägte Talerstück im Gegensatz zum bloßen Rechnungstaler, der sich aus dem jeweiligen Münzfuß ergibt. Da der Speziestaler einen konkreten Silbergehalt verkörpert, der Rechnungstaler aber häufig durch geänderte Münzfüße verschlechtert wird, sinkt der Rechnungstaler vielfach im Wert gegenüber dem Speziestaler. Der umgekehrte Fall tritt bei den Kleinmünzen (Groschen, Kreuzer usw.) ein. Ihr Silbergehalt wird mit jedem neuen Münzfuß reduziert (Devalvation). Schon nach kurzer Zeit wird zwar immer noch 24 Groschen = 1 Reichstaler gerechnet bzw. gezählt, dieser (ungeprägte) Rechnungstaler hat aber einen wesentlich geringeren Wert als der Reichsspeziestaler in Münzform. Entsprechend sind anfangs 68 Kreuzer, dann 72, 90 und später sogar 120 Kreuzer für den Reichsspeziestaler zu bezahlen.

Turnose oder Turnosgroschen

siehe Groschen.

Witten

Der Witten zu 4 Pfennig ist die Hauptmünze des Wendischen Münzvereins gewesen. Im Jahr 1325 sollen die ersten großen Pfennige (Witten oder Wittenpfennig) zu 4 Pfennig geschlagen worden sein.